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Im Winter 2008/2009 hatten Philipp und Christian Weber sowie Matthias Angele eine spontane Idee. Die drei Albstädter wollten ein Kleidungslabel gründen. Gesagt – getan: Und mit ‚aeiou’ hat sich das Trio seither längst einen Namen gemacht.

 

VON MARCEL SCHLEGEL

 

Die Gründungsgeschichte der Albstädter Streetwear-Marke ,aeiou clothing’ könnte ebenso gut einem amüsanten Spielfilm entstammen. „Wir sind damals zum Rathaus gegangen und haben denen gesagt: Einmal eine Firma, bitte“, sagt Matthias Angele trocken. Der Tailfinger zählt gemeinsam mit den Ebinger Brüdern Philipp und Christian Weber zu jenem Trio, das vor nunmehr 10 Jahren die Albstädter Kleidungsmarke mit den fünf Vokalen im Namen gegründet hat. „Wir hatten einen Namen für unsere Marke, ein Logo, das der Christi zunächst nur auf einen College-Block gemalt hatte – und eine Firma“, erklärt Angele und lächelt. „Ja, vielleicht sind wir das ganze Projekt am Anfang etwas blauäugig angegangen.

Im Winter 2008/2009 war das. Seither haben die drei Jungs so manchen weiteren Behördengang erledigt, etliche bürokratische Hürden gemeistert und aus dem einst so naiv anmutenden Vorhaben ein beschauliches, aber ansehnliches Kleinunternehmen gezaubert, das Caps, T-Shirts und Pullovers verkauft. „Am Anfang war das nur ein großer Haufen wirrer Ideen“, erinnert sich Philipp, der jüngere der beiden Weber-Brüder. Bei einem Snowboardcontest am Tailfinger Heimlift hatten die drei begeisterten Wintersportler die Teamkleidung einer befreundeten Crew bewundert. „Die hatten alle dieselbe, coolen Snowboard-Klamotten an.“ Das habe etwas hergemacht, das sei beeindruckend gewesen, sagt Christian Weber. „Und das wollten wir auch haben.“ Beim anschließenden Snowboardtrip habe man beim Liften immer wieder an der Idee, selbst Klamotten zu designen, herumgesponnen.

„Wir haben dann mal im Freundeskreis ’rumgefragt, ob denn unsere Kumpels so etwas kaufen würden“, so Weber weiter. Die Resonanz stimmte die drei Albstädter Jungs optimistisch. Und los ging das nicht risikofreie Unterfangen. „Jeder hat 100 Euro von seinem Ersparten in ein ,Kässle’ getan. Mehr konnten wir klammen Studenten nicht opfern“, sagt Angele lächelnd. Davon habe man zunächst „furchtbare Schildmützen“ besticken lassen, erinnert sich Matze. Die Resonanz blieb trotz der noch dürftigen Qualität nicht aus, bald schon war der halbe Freundeskreis mit ,aeiou’-Caps eingedeckt. „Die Einnahmen wurden sofort reinvestiert“, erinnert sich Philipp Weber, der in Konstanz Wirtschaftsingenieurswesen studiert. Und die jungen Geschäftsmänner steckten sich neue Ziele. Sie knüpften Beziehungen zu befreundeten Stickern, Druckern und Näherinnen. Sie entwarfen neue Motive, professionalisierten das Geschäftsmodell. Auf Caps folgten Strickmützen. Und schon bald erblickte das erste T-Shirt mit ,aeiou’-Aufdruck das Tageslicht. Die Kunde von einer Albstädter Kleidungsmarke verbreitete sich unter den jungen Leuten wie ein Laubfeuer – durch bloße Mund-zu-Mund-Propaganda. Doch nicht nur, die Jungs taten ihr Übriges, ihr Label in aller Munde zu bringen. Erst veranstalteten sie in „The Bar“ in Balingen eine Label-Party, dann ließen sie Verkaufsstände etwa auf dem Ebinger Weihnachtsmarkt oder auf dem Mini-Rock-Festival in Horb folgen – oder unterstützten befreundete Bands.

 „Wir machen Klamotten für Leute, die das Boarden und Outdoor Sport lieben“, charakterisiert Angele das eigene Sortiment. Kleidung für Gleichgesinnte, möchte man ergänzen. Denn die drei Albstädter haben sich allesamt dem Sport auf Brettern verschrieben.

Die Produktion wurde professioneller, der Vertrieb funktionierte durchdachter – und wenn’s nicht anders ging – wurde eben improvisiert. „Die erste T-Shirt-Reihe, das war so etwas wie der Durchbruch“, weiß Christian Weber „Da haben wir erst so richtig gemerkt, welches Potenzial in diese Idee steckt.“ Angele ergänzt: „Mit jedem neuen Projekt kamen tausend neue Probleme auf uns zu, die wir nach und nach gelöst bekommen haben.“ Und das Projekt sprach sich herum – in Albstadt und Umgebung.

Schnell war im Weber’schen Elternhaus ein kleines Büro eingerichtet, rasch die ein oder andere nützliche Bekanntschaft geschlossen. Die Jungs beschäftigten sich umfassend mit dem Textildruck, mit Grafikdesign und nicht zuletzt mit dem tückischen Weg durch das Labyrinth des Bürokratie-Dschungels. „Im Laufe der Jahre haben wir viel über Textilverarbeitung, Photoshop, Steuererklärungen, Buchhaltungen – eben die knallharten Geschäftswelt und den Kapitalismus gelernt“, sagt Angele, mit einer leicht sarkastischen Note, um dann ernst zu werden. „Man entwickelt sich mit so etwas auch weiter.“ Denn wäre die Resonanz nicht derart beeindruckend ausgefallen, die drei hätten ihr Kleidungs-Label wohl längst im Paradies der ausrangierten Marken begraben. Philipp Weber meint: „Wenn der Albstädter Weihnachtsmarkt und später Events wie das Minirock in Horb nicht gewesen wären und uns immer wieder gezeigt hätten, dass wir auf dem richtigen Weg sind, hätten wir wahrscheinlich schon längst aufgegeben.“ Bruder Christian, studierter Textilingenieur, fügt hinzu: „Die unglaubliche Resonanz, die wir für unser Schaffen immer wieder erhalten haben, die vielen netten Menschen, die wir bei unseren Promo-Veranstaltungen kennenlernen und die bombastischen Parties an unseren Ständen motivieren unglaublich und lassen uns weiter arbeiten, wenngleich das Projekt nach mehreren Jahren immer noch keinen richtigen Zahltag abwirft.“

Aber einen Namen haben sich die drei Albstädter gemacht. Und darauf sind die Webers und ihr Compagnon stolz. Können sie, dürfen sie. Angele verrät: „Es ist schon cool, wenn man durch die Stadt läuft, und einen anderen sieht, der eine unserer Caps trägt. Das rechtfertigt all den Aufwand der letzten Jahre.“